Maibaum als Brunnenschmuck


Kategorie:
Gesellschaftliche Praktiken
Kanton:

Beschreibung

Maibäume, die Brunnen zieren, sind laut dem Baselbieter Volkskundler Eduard Strübin eine Baselbieter Eigentümlichkeit. In der Nacht auf den 1. Mai werden in über der Hälfte der Baselbieter Gemeinden geschmückte Tännchen auf Brunnen aufgestellt. In vielen Orten sind es die Jungbürger, die fürs Aufrichten der Maibäume verantwortlich sind. Die ersten bekannten schriftlichen Zeugnisse dieser Praxis stammen aus dem Jahr 1544: «dorumb das er sapmt anderen muotwilligen gesellen am Mey Oben einer Junckfrowen einen Meyen gesteckt / vnnd doran ein latz knüpfft». Neben dem Aufstellen des Maibaums gibt es in verschiedenen Gemeinden auch das Maisingen einer Trachtengruppe oder eines Männerchors. Die meisten Trachtengruppen pflegen auch den Maitanz, den die 1932 gegründete Trachtengruppe Liestal im Baselbiet eingeführt hat. Der Maitanz ist ein Bändertanz, der wegen der Seidenbandindustrie für die Region Basel besonders passend schien.

Bildergalerie

  • Maibaum, Liestal, Mühlematt © Theodor Strübin/Museum.BL, Liestal
  • Maibaum in Füllinsdorf, Basel-Landschaft © Theodor Strübin/Museum.BL
  • Pause am Brunnen mit Maibaum, Liestal, Mühlematt © Theodor Strübin/Museum.BL, Liestal
  • Maisingen und Bändelitanz in Liestal, 1953 © Theodor Strübin/Museum.BL, Liestal
  • Maibaum, Liestal, Mühlematt © Theodor Strübin/Museum.BL, Liestal
  • Maibaum in Füllinsdorf, Basel-Landschaft © Theodor Strübin/Museum.BL
  • Pause am Brunnen mit Maibaum, Liestal, Mühlematt © Theodor Strübin/Museum.BL, Liestal
  • Maisingen und Bändelitanz in Liestal, 1953 © Theodor Strübin/Museum.BL, Liestal

Bildergalerie

Videoaufnahmen

Eine Baselbieter Trachtengruppe webt tanzend die am Maibaum befestigten Bänder zu einem Muster, zwischen 1976 und 1983 entstanden © Museum.BL, Liestal

Publikationen
  • Eduard Strübin: Jahresbrauch im Zeitenlauf. Kulturbilder aus der Landschaft Basel. Liestal, 1991

  • Mai – Maibaum. In: Schweizerisches Idiotikon – Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Frauenfeld, 1881-2011

Dossier