Räbeliechtli-Umzüge


Kategorie:
Gesellschaftliche Praktiken
Kanton:

Beschreibung

In verschiedenen Gemeinden und Stadtquartieren des Kantons Zürich finden jeweils um den Martini-Termin des 11. Novembers Räbenliechtli-Umzüge statt. Unter musikalischer Begleitung tragen Kinder und Jugendliche beim Eindunkeln ausgehöhlte und geschnitzte, durch eine Kerze von innen beleuchtete Räben durch die Strassen. Oft findet am Ende der Umzugsroute ein Umtrunk oder Imbiss statt. Der Lichtbrauch wird von Freizeit- und Gemeinschaftszentren, Quartiervereinen, Kirchgemeinden, Schulen und Kindergärten organisiert.

Das bedeutsamste Fest mit Räbenlichtern ist die «Räbechilbi Richterswil». Sie wird seit 1908 vom lokalen Verkehrsverein durchgeführt und ist über die Jahre zu einem Volksfest mit überregionaler Ausstrahlung gewachsen. In Extrazügen und Sonderschiffen fahren tausende von Gästen zur Lichternacht in Richterswil.

Das Umherziehen mit Lichtern ist zur jüngeren Brauchentwicklung zu zählen. Zuverlässige Beobachtungen über Lichterumzüge im Zürcher Oberland stammen aus den 1920er Jahren. Ursprünglich wurden die Räbenlichter vermutlich einzeln und nicht in organisierten Umzügen durch die Strassen getragen. Es war ein ländlicher Brauch, der im vertrauten Rahmen stattfand.

Bildergalerie

  • Das Richterswiler Gemeindehaus erstrahlt im Lichte von mehreren hundert Räben © André Springer, Horgen, 2010
  • «Wolfskopf» des UHC Greelight, «Steve Lee» der zweiten Oberstufe, «Tigerkopf» des Turnvereins Satus © André Springer, Horgen, 2010
  • «Pendule» des Seeclub Richterswil mit über tausend Räben © André Springer, Horgen, 2010
  • «Kuckucksuhr» des Turnvereins Richterswil und «Panthera Tigris» des Fussballclubs inmitten der zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer © André Springer, Horgen, 2010
  • Das Richterswiler Gemeindehaus erstrahlt im Lichte von mehreren hundert Räben © André Springer, Horgen, 2010
  • «Wolfskopf» des UHC Greelight, «Steve Lee» der zweiten Oberstufe, «Tigerkopf» des Turnvereins Satus © André Springer, Horgen, 2010
  • «Pendule» des Seeclub Richterswil mit über tausend Räben © André Springer, Horgen, 2010
  • «Kuckucksuhr» des Turnvereins Richterswil und «Panthera Tigris» des Fussballclubs inmitten der zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer © André Springer, Horgen, 2010

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Adrian Bänninger: Die Räbechilbi in Richterswil. Ein Lichtbrauch im November im Kanton Zürich. In: Sechseläuten und Morgestraich. Die schönsten Feste und Bräuche der Schweiz. Geschichte und Gegenwart. Von Adrian Bänniger. Kreuzlingen, 2007, p. 176-179

  • Albert Bärtsch: Räbechilbi in Richterswil. In: Schweizer Feste und Bräuche: Volksfestkultur im Jahresverlauf (vol. 2). Von Albert Bärtsch. Wädenswil, 2009, p. 186-187

  • Ueli Gyr: Räbelichtli-Umzüge im Kanton Zürich. In: Das Jahr der Schweiz in Fest und Brauch. Ed. Rolf Thalmann, Fritz Hofer. Zürich, 1981, p. 265-266

  • Elsbeth Liebl: Umziehen mit Lichtern. In: Atlas der schweizerischen Volkskunde. Kommentar II, p. 221-230

  • Werner Röllin: Die Richterswiler «Räbechilbi». Ein Beispiel für Braucherhaltung und -gestaltung. In: Schweizerisches Archiv für Volkskunde vol. 77. Basel, 1981, p. 151-177

  • Emil Stauber: Sitten und Bräuche im Kanton Zürich (2 Teile). Aberglauben und Sagen im Kanton Zürich. Zürich, 1922 und 1924

  • Rolf Thalmann: Die Räbechilbi in Richterswil. In: Brauchtum und Volksfeste in der Schweiz. Von Rolf Thalmann. Zürich, 1992, p. 45

Dossier