Freiburger Chorgesang


Kategorie:
Mündliche Ausdrucksweisen
  • Darstellende Künste
  • Gesellschaftliche Praktiken
Kanton:

Beschreibung

Die Freiburger scheinen vom Singen derart begeistert zu sein, dass es im Kanton auf 35 Bewohner einen «organisierten» Sänger gibt. Kirchenchöre und welt­liche Chöre, gemischt oder nicht; Chöre mit jungen und weniger jungen Mitgliedern, mit professionellen Ambitionen oder nicht: Die Freiburger Chorvereini­gung umfasst rund 7'200 Sängerinnen und Sänger in 234 Gruppierungen; hinzu kommen kurzlebige Formationen für bestimmte Projekte und informelle Ensembles ausserhalb jeglicher Vereinsstrukturen.

Diese ungewöhnliche Dichte lässt sich durch eine uralte Tradition erklären, die fest in der regionalen Geschichte verankert ist. Obwohl sich die Chorbewegung in allen katholischen Kantonen entwickelte, fand sie in Freiburg - in einer durch den Klerus fest am Gängelband geführten ländlichen Gesellschaft - einen besonders fruchtbaren Boden. Das Chorwesen entfaltete sich aber auch ausserhalb des religiösen Umfelds, bisweilen als Gegenreaktion zu diesem. Abbé Joseph Bovet (1879-1951) gelang es jedoch, alle Stimmen zu vereinen, und sein Charisma bestimmte lange das Chorleben der ganzen Region. Im 20. Jahrhundert erweiterten sich das Repertoire wie die Einzugsgebiete, so dass die für eine Pfarreikultur typische Tradition, vor allem im und mit dem Dorf, im Schatten des Kirchturms und im Rhythmus des lokalen Leben zu singen, etwas in den Hintergrund geriet.

Bildergalerie

  • André Corboz leitet die Poyachöre von Estavannens, 1956 © Giegel/Musée gruérien, Bulle
  • Das «Vieux Chalet» und das «Beau Castel» von Abbé Bovet, Partitur für Gesang und Klavier, Freiburg, um 1950 © Musée gruérien, Bulle
  • Joseph Bovet und seine Schüler, Seminar Hauterive – um 1935 © Glasson/Musée gruérien, Bulle
  • Treffen von Cäcilienchören in Remaufens, 30. April 1934 © Glasson/Musée gruérien, Bulle
  • Abbé Joseph Bovet (rechts) in Bulle an der ersten Messe von Alphonse Buchs, 1. August 1930 © Glasson/Musée gruérien, Bulle
  • CM-10-15-1360 Chor von Bulle, Familienausflug, Le Crêt, 1920-1930 © Charles Morel/Musée gruérien
  • Chalamala, Volksoper in Greyerz, Plakatentwurf für die Vorstellungen in Bulle, 1910 © Musée gruérien, Bulle
  • André Corboz leitet die Poyachöre von Estavannens, 1956 © Giegel/Musée gruérien, Bulle
  • Das «Vieux Chalet» und das «Beau Castel» von Abbé Bovet, Partitur für Gesang und Klavier, Freiburg, um 1950 © Musée gruérien, Bulle
  • Joseph Bovet und seine Schüler, Seminar Hauterive – um 1935 © Glasson/Musée gruérien, Bulle
  • Treffen von Cäcilienchören in Remaufens, 30. April 1934 © Glasson/Musée gruérien, Bulle
  • Abbé Joseph Bovet (rechts) in Bulle an der ersten Messe von Alphonse Buchs, 1. August 1930 © Glasson/Musée gruérien, Bulle
  • CM-10-15-1360 Chor von Bulle, Familienausflug, Le Crêt, 1920-1930 © Charles Morel/Musée gruérien
  • Chalamala, Volksoper in Greyerz, Plakatentwurf für die Vorstellungen in Bulle, 1910 © Musée gruérien, Bulle

Tonaufnahmen

Le vieux chalet de J. Bovet par le chœur des Armaillis de la Gruyère, tiré de: Ecoute Gruyère © Choeur des Armaillis de la Gruyère

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Patrice Borcard : Religieuses, musicales et patriotiques. Les Céciliennes fribourgeoises. In: Cahiers du Musée gruérien. Bulle, 1992, p. 42-59

  • Patrice Borcard : Joseph Bovet 1879-1951. Itinéraire d’un abbé chantant. Fribourg, 1993

Multimedia
  • Nouthra Dona di Maortsè 
    Chanson d'ici. L'Accroche-Choeur, Fribourg; Direction: Jean-Claude Fasel; DISQUES OFFICE; 65309   
    L'Accroche-Choeur singt «Nouthra Dona di Maortsè»
    Ref. Schweizerische Nationalphonothek:
    CD28501 Tr. 14

  • E herrliche Stärn 
    Jodlerklub Alphüttli Plaffeien: As liedet...;
    PHONOPLAY INTERNATIONAL; 7834 
    Der Jodlercklub «Alphüttli" von Plaffeien singt «E herrliche Stärn"
    Ref. Schweizerische Nationalphonothek:
    CD32823 Tr.13

Dossier