Meitlisunntig (Meitlizyt, Meitlitäg)


Kategorie:
Gesellschaftliche Praktiken
  • Mündliche Ausdrucksweisen
  • Darstellende Künste
  • Traditionelles Handwerk
Kanton:

Beschreibung

Der Meitlisunntig ist eine jährlich drei Tage dauernde «Weiberherrschaft» über das «Mannevolch» in Fahrwangen und Meisterschwanden. Der Brauch geht auf den erfolgreichen Einsatz der Frauen im Villmergerkrieg von 1712 zurück, für den sie als Dank drei Tage erhalten haben. Am Donnerstag wird die «Weiberherrschaft» mit Trommelklängen der Tambourinnen verkündet. Die Frauen halten, organisiert von den Meitlisonntagvereinigungen, in beiden Dörfern eine Generalversammlung ab. Daran nehmen in jedem Dorf ungefähr achtzig Frauen teil, gekleidet in eleganten Roben wie aus früherer Zeit. Danach gehen die Frauen in Gruppen mit einem Grasbogen aus Hanfseilen auf Männerfang. Den Herren wird ein Gläschen Wein offeriert als Zeichen der Machtübernahme. Danach fordern die Frauen die Männer zum Tanz auf. Den gefangenen Mann tragen die Frauen ins nächste Restaurant. Dort kann er sich freikaufen. Am Sonntag herrscht in den Restaurants ein fröhliches Maskentreiben, bei dem die Frauen die Männer wiederum zum Tanz auffordern; alle drei Jahre findet zudem ein grosser Umzug von Fahrwangen nach Meisterschwanden statt. Der Brauch nimmt sein Ende mit der Verteilung des Eierzopf-Rings, womit die Frauen den Männern die Regentschaft wieder übergeben.

Bildergalerie

  • Meisterschwanderinnen bei der Generalversammlung, dem Auftakt des Meitlisonntagbrauchs © Ursula Erni, 2011
  • Tambourinnenkorps Fahrwangen und Meisterschwanden © Priska Lauper, 2011
  • Mit dem «Männerfanggerät», dem Grasbogen «bewaffnete» Fahrwangerinnen in edlen Roben © Priska Lauper, 2011
  • Die Männer werden mit einem Grasbogen aus Hanfseilen «gefangen» und ins nächste Restaurant getragen © Ursula Erni, 2011
  • Tanz auf Aufforderung der Meitli und Frauen von Meisterschwanden am Donnerstagabend © Ursula Erni, 2011
  • Der Eierzopf wird in Fahrwangen am Sonntagabend aufgeschnitten © Priska Lauper, 2009
  • Villmergerkrieg-Gruppe beim Umzug 2008 mit zwei Eierzopf-Ringen im Hintergrund © Priska Lauper, 2008
  • Umzugsmotto «schalt i und lueg zrugg», 2005: «Donnschtigjass»-Wagen © Priska Lauper, 2005
  • Umzugsmotto «go Switzerland», 2008: Wagen zum (Rüebli-)Kanton Aargau © Priska Lauper, 2008
  • Meisterschwanderinnen bei der Generalversammlung, dem Auftakt des Meitlisonntagbrauchs © Ursula Erni, 2011
  • Tambourinnenkorps Fahrwangen und Meisterschwanden © Priska Lauper, 2011
  • Mit dem «Männerfanggerät», dem Grasbogen «bewaffnete» Fahrwangerinnen in edlen Roben © Priska Lauper, 2011
  • Die Männer werden mit einem Grasbogen aus Hanfseilen «gefangen» und ins nächste Restaurant getragen © Ursula Erni, 2011
  • Tanz auf Aufforderung der Meitli und Frauen von Meisterschwanden am Donnerstagabend © Ursula Erni, 2011
  • Der Eierzopf wird in Fahrwangen am Sonntagabend aufgeschnitten © Priska Lauper, 2009
  • Villmergerkrieg-Gruppe beim Umzug 2008 mit zwei Eierzopf-Ringen im Hintergrund © Priska Lauper, 2008
  • Umzugsmotto «schalt i und lueg zrugg», 2005: «Donnschtigjass»-Wagen © Priska Lauper, 2005
  • Umzugsmotto «go Switzerland», 2008: Wagen zum (Rüebli-)Kanton Aargau © Priska Lauper, 2008

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Yvonne Fischer: Meitlisonntags-Brauch Fahrwangen und Meisterschwanden um den 2. Sonntag im Januar. In: Heimatkunde aus dem Seetal 74. Ed. Historische Vereinigung Seetal. Seengen, 2001, p. 17-28

  • Eduard Hoffmann-Krayer: Feste und Bräuche des Schweizervolkes. Zürich, 1940

  • Jürg Stüssi: Zum Meitlisonntag von Fahrwangen und Meisterschwanden. In: MFD-Zeitung. Offizielles Organ des Schweizerischen Verbandes der Angehörigen des MFD 47-48. Biel, 1987-1988

Dossier
  • Meitlisunntig

    Ausführliche Beschreibung Letzte Änderung: 01.09.2012
    Grösse: 256 kb
    Typ: PDF