Eierläset


Kategorie:
Gesellschaftliche Praktiken
  • Mündliche Ausdrucksweisen
Kanton:

Beschreibung

Der «Eierläset» ist ein alter Frühlings- und Fruchtbarkeitsbrauch zum Vertreiben des Winters, den örtliche Turnvereine in zahlreichen Gemeinden der Kantone Aargau, Solothurn und Basel-Landschaft pflegen. Zwei Bahnen mit je achtzig bis hundert Sägemehlhaufen werden ausgelegt und in jeden Haufen ein Ei gebettet. Zwei Gruppen stehen sich gegenüber, von denen eine den Winter, die andere den Frühling repräsentiert. Jede Gruppe wiederum besteht aus mehreren Läufern und einem oder zwei Fängern. Der Wettlauf zwischen Frühling und Winter beginnt. Die Läufer rennen zum entferntesten Ei der Bahn, heben dieses auf, eilen zurück und werfen es dem Fänger und seiner Spreuwanne zu. Fällt ein Ei zu Boden, muss die Strecke nochmals abgelaufen werden, ohne dass aber ein weiteres Ei dem Fänger gebracht werden darf. Die gleiche Aufgabe erfüllen alle weiteren Läufer. Bei jedem zehnten Ei ist zudem eine Spezialaufgabe zu lösen. Es gewinnt diejenige Gruppe, die zuerst alle Eier beim Fänger deponiert hat. Allerdings wird gelegentlich korrigierend eingegriffen und sichergestellt, dass der Frühling obsiegt.

In einigen wenigen Gemeinden des Kantons Aargau gibt es Varianten mit aufwändig gestalteten Figuren wie beispielsweise der «Schnäggehüsler», der «Stächpälmler» oder «Pfarrer». Diese Figuren sind dem Winter oder dem Frühling zugeordnet. Während die Läufer unterwegs sind, kommt es zwischen den beiden Gruppen zu derben symbolhaften Auseinandersetzungen.

Bildergalerie

  • Auenstein, AG: Derbes Treiben von Frühling und Winter während dem Eierauflesen © Eieraufleser Auenstein, 2009
  • Auenstein, AG: Einzug von Frühling und Winter in Auenstein © Eieraufleser Auenstein, 2009
  • Effingen, AG: Reiter gefolgt vom Eierläufer beim Einzug in die Dorfstrasse © Karin Janz, 2010
  • Effingen, AG: Eierläufer, daneben Figuren des Frühlings und des Winters © Karin Janz, 2010
  • Effingen, AG: Der «Straumuni» erliegt dem «Tannästler» auf der Dorfstrasse © Karin Janz, 2010
  • Frenkendorf, BL: Jedes zehnte Ei bringt eine Spezialaufgabe, hier ein Balance-Akt mit Hockey-Stock © TV Frenkendorf, 2011
  • Frenkendorf, BL: Der Turnverein tritt gegen jährlich wechselnde Gegner an, diesmal die Feuerwehr © TV Frenkendorf, 2011
  • Blauen, BL: Holzblöcke statt Sägemehl erleichtern das Auslegen und das Aufräumen © Fabian Meury, 2011
  • Wegenstetten, AG: Im ersten kurzen Wettbewerb treten Mu-Ki- und Va-Ki-Turngruppen gegeneinander an © Karin Janz, 2011
  • Oberhof, AG: Bei jedem zehnten Ei muss eine Spezialaufgabe mit Geschicklichkeit gelöst werden © Karin Janz, 2011
  • Oberhof, AG: Einige Eier schaffen es nicht bis in das Auffangbehältnis © Karin Janz, 2011
  • Effingen, AG: Kanzel für die Eierpredigt im Anschluss an den Eierläset © Karin Janz, 2010
  • Kyburg-Buchegg, SO: Vorbereitung der Eierbahn © Bernhard Meister, 2007
  • Kyburg-Buchegg, SO: Werden zwei Eier deponiert, ist die Strecke doppelt zurückzulegen © Bernhard Meister, 2007
  • In Kyburg-Buchegg, SO: Die rot-weissen Kostüme der Teilnehmenden sind eine Reverenz an Solothurn © Bernhard Meister, 2010
  • Auenstein, AG: Derbes Treiben von Frühling und Winter während dem Eierauflesen © Eieraufleser Auenstein, 2009
  • Auenstein, AG: Einzug von Frühling und Winter in Auenstein © Eieraufleser Auenstein, 2009
  • Effingen, AG: Reiter gefolgt vom Eierläufer beim Einzug in die Dorfstrasse © Karin Janz, 2010
  • Effingen, AG: Eierläufer, daneben Figuren des Frühlings und des Winters © Karin Janz, 2010
  • Effingen, AG: Der «Straumuni» erliegt dem «Tannästler» auf der Dorfstrasse © Karin Janz, 2010
  • Frenkendorf, BL: Jedes zehnte Ei bringt eine Spezialaufgabe, hier ein Balance-Akt mit Hockey-Stock © TV Frenkendorf, 2011
  • Frenkendorf, BL: Der Turnverein tritt gegen jährlich wechselnde Gegner an, diesmal die Feuerwehr © TV Frenkendorf, 2011
  • Blauen, BL: Holzblöcke statt Sägemehl erleichtern das Auslegen und das Aufräumen © Fabian Meury, 2011
  • Wegenstetten, AG: Im ersten kurzen Wettbewerb treten Mu-Ki- und Va-Ki-Turngruppen gegeneinander an © Karin Janz, 2011
  • Oberhof, AG: Bei jedem zehnten Ei muss eine Spezialaufgabe mit Geschicklichkeit gelöst werden © Karin Janz, 2011
  • Oberhof, AG: Einige Eier schaffen es nicht bis in das Auffangbehältnis © Karin Janz, 2011
  • Effingen, AG: Kanzel für die Eierpredigt im Anschluss an den Eierläset © Karin Janz, 2010
  • Kyburg-Buchegg, SO: Vorbereitung der Eierbahn © Bernhard Meister, 2007
  • Kyburg-Buchegg, SO: Werden zwei Eier deponiert, ist die Strecke doppelt zurückzulegen © Bernhard Meister, 2007
  • In Kyburg-Buchegg, SO: Die rot-weissen Kostüme der Teilnehmenden sind eine Reverenz an Solothurn © Bernhard Meister, 2010

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Robert B. Christ: Effinger Eieraufleset. In: Brugger Neujahrsblätter 1961. Brugg, 1961, p. 15-20

  • Kurt Meuli: Schneggehüsler, Blätzliböögg und Federehans. In: Schweizer Volkskunde no. 1, vol. 28. Basel, 1938, p. 1-10

  • Ulrich Weber, Heinz Fröhlich: Aargauer Bräuche. Aarau, 1983

  • Schriftliche und mündliche Rückmeldungen von Vereinen und Gemeinden im Projekt der Kantone Aargau und Solothurn zu den lebendigen Traditionen, 2010-2011

Dossier
  • Eierläset

    Ausführliche Beschreibung Letzte Änderung: 27.08.2012
    Grösse: 266 kb
    Typ: PDF