Woldmanndli


Kategorie:
Gesellschaftliche Praktiken
Kanton:

Beschreibung

Jeweils am Kilbi-Samstag ziehen Dutzende von «Woldmanndli» (Waldmännchen) unter dem dröhnenden Geschell ihrer Treicheln und dem Tuten ihrer Ziegenhörner vom Gurschenwald nach Andermatt hinunter. Der Brauch lebt vom schlichten Spektakel, aber auch vom Reiz eines historischen Deutungsansatzes, der das lärmige Treiben mit der sorgsamen Pflege des nahegelegenen Bannwaldes seit 1397 erklärt. Der Leiterzählung zufolge repräsentieren die Woldmanndli jene Arbeiter und Tagelöhner, die früher zum Wohl der Dorfgemeinschaft den kleinen, aber für den Lawinenschutz eminent wichtigen Gurschenwald hegten und vor Holzfrevel bewahrten. In den letzten Jahren erlebte der Brauch einen sichtbaren Aufschwung. Zählten Beobachter im Jahr 2004 noch 25 Woldmanndli, waren es 2010 rund hundert.

Bildergalerie

  • Die Woldmanndli auf der Mariahilfgasse kurz vor dem Einzug ins Dorf Andermatt, 2011 © Martina Regli/Urner Wochenblatt, Altdorf
  • Kleine Woldmanndli bei der Brücke über die Reuss im Dorfkern Andermatts, 2009 © Martina Regli/Urner Wochenblatt, Altdorf
  • Kleine Kuhschellen bei der Woldmanndli-Familie, grosse Treichel beim nachfolgenden Mann, 2008 © Martina Regli/Urner Wochenblatt, Altdorf
  • Woldmanndli beim Blasen eines «Bockähourä», 2008 © Martina Regli/Urner Wochenblatt, Altdorf
  • Nach dem Umzug nehmen die Woldmanndli die spendierte Suppe ein, 2009 © Martina Regli/Urner Wochenblatt, Altdorf
  • Die Woldmanndli auf der Mariahilfgasse kurz vor dem Einzug ins Dorf Andermatt, 2011 © Martina Regli/Urner Wochenblatt, Altdorf
  • Kleine Woldmanndli bei der Brücke über die Reuss im Dorfkern Andermatts, 2009 © Martina Regli/Urner Wochenblatt, Altdorf
  • Kleine Kuhschellen bei der Woldmanndli-Familie, grosse Treichel beim nachfolgenden Mann, 2008 © Martina Regli/Urner Wochenblatt, Altdorf
  • Woldmanndli beim Blasen eines «Bockähourä», 2008 © Martina Regli/Urner Wochenblatt, Altdorf
  • Nach dem Umzug nehmen die Woldmanndli die spendierte Suppe ein, 2009 © Martina Regli/Urner Wochenblatt, Altdorf

Referenzen und Dossier

Publikationen
  • Willi Bomatter-Furger: Urchige Figuren schützen Wald. In: Neue Urner Zeitung, 17. Oktober 2007, p. 20

  • Dokumentation zur Geschichte der Woldmanndli, Privatbesitz Willi Bomatter-Furger

  • Iso Müller: Ursern im frühen Spätmittelalter 1300-1433. In: Der Geschichtsfreund 135. Stans, 1982, p. 171-241

  • Karl Oechslin: Der Wald und Lawinenverbau. In: Ursern. Das imposante Hochtal zwischen Gotthard, Furka und Oberalp in Wort und Bild. Thun, 1978, p. 119-122

  • Max Oechslin: Das Land Uri und sein Wald. In: Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft 114. Aarau, 1933, p. 185-196

  • Max Oechslin: Querschnitt durch das Urnerland und dessen Probleme. In: Verhandlungen der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft 134. Aarau, 1954, p. 11-22

  • Eduard Wymann: Zwei Bannbriefe von 1397 und 1717 für den Wald ob Andermatt. In: 30. Historisches Neujahrsblatt. Ed. Verein für Geschichte und Alterthümer von Uri. Altdorf, 1924, p. 37-41

Dossier
  • Woldmanndli

    Ausführliche Beschreibung Letzte Änderung: 04.01.2013
    Grösse: 249 kb
    Typ: PDF